Nachwort des Verlegers

Das vorliegende Buch wurde zu einer Zeit in Druck gegeben, in der wegen eines öffentlich gemachten amerikanischen Videos, in dem der Prophet Mohammed geschmäht wird, ein weiteres Mal ein Proteststurm durch die islamische Welt ging.
Die zerstörerische Wut der Gläubigen richtete sich vor allem gegen amerikanische Einrichtungen vor Ort, aber auch z. B. gegen die deutsche Botschaft im Sudan. Zusätzlich angefacht wurde der Sturm durch Mohammed-Karikaturen in einer französischen Satire-Zeitschrift und die voraussehbaren Reaktionen darauf nach den Freitagsgebeten in verschiedenen Moscheen.


Die Feindschaft zwischen den Religionen scheint zu wachsen. Eine christliche Splittergruppe in den USA kündigte vor nicht so langer Zeit an, Koran-Exemplare zu verbrennen, ein islamistischer Hassprediger zerreißt ebenso öffentlichkeitswirksam die Bibel. Und auf der anderen Seite besteht weiter die Gefahr eines Krieges zwischen Israel und dem schiitisch regierten Iran wegen dessen Atomprogramm.


In diese Zeit wachsender Spannungen fiel der Besuch von Benedikt XVI. in Beirut, einem früheren Brennpunkt des Geschehens, das von blutigen Religionskriegen mehrfach zerstört und wieder aufgebaut wurde. Nicht weit vom Granatfeuer der sich in Syrien erbarmungslos bekämpfenden Alewiten, Sunniten und Schiiten rief der Papst vor zahllosen katholischen und koptischen Christen, aber auch im Beisein von muslimischen Würdenträgern und Gläubigen zu einem geschwis terlichen Umgang zwischen Moslems und Christen und überhaupt in und zwischen den Religionen auf.


Kaum, dass der Friedensappell des Papstes verhallt ist, stellt das vor liegende Buch mitten in diese aufgeheizte Atmosphäre hinein die Frage:
Juden, Christen, Muslime - wer hat Recht?

 

Wer aber etwa gehofft hat, dass der Autor Partei ergreift für die eine oder die andere Seite, sieht sichgetäuscht. Johannes Schepp macht von Anfang an klar, dass keine der drei Weltreligionen die Wahrheit für sich alleine beanspruchen kann und
dass der Fundamentalismus und seine Scharfmacher, gleich welcher Provenienz und Prägung, niemals im Recht waren, es heute nicht sind
und auch in Zukunft nie sein werden.
Dabei zeigt er auf, dass man in allen drei großen Glaubensrichtungen durchaus Wahrheit, ja, die Wahrheit, finden kann – dann nämlich, wenn
man sich auf die Quellen dieser drei Religionen besinnt und ihre historischen und ontologischen Ursprünge ins Auge fasst.

 

Die historische Quelle für die drei Weltreligionen ist zweifellos die Berufung Abrahams und später des Moses. Sie ist untrennbar mit dem Judentum verbunden. Die ontologische Quelle aber ist, so der Autor, der Eine Einzige Gott, der sich den Patriarchen und Propheten geoffenbart und sie geleitet hat – von Abraham über Moses bis zu Mohammed. Ihn, den Schöpfer, hat Johannes Schepp im Auge und fragt behutsam und meditativ nach Seinem Wesen und dem Sinn Seiner Offenbarung. Den Zugang zum Wesen des Schöpfers findet er im dem Mose geoffenbarten Namen ICH BIN DER ICH BIN, den Sinn Seiner Offenbarung in den ebenfalls dem Mose gegebenen zehn Geboten.


Auf den Spuren des Ich Bin führt das Buch den Leser zu seinem eigenen Ich und dessen Geheimnis: Es kann sowohl das egoistisch-selbstbezogene Zentrum von Eigennutz, Rechthaberei, Streit und Hass sein, als auch jene Instanz, die sich im Innern als Gewissen, Mitgefühl mit Anderen, Respekt und Liebe manifestiert. Der Autor nennt das eine, den Menschen letztlich vereinsamende und isolierende Zentrum das niedere Ich, die andere, Gemeinschaft und Friede stiftende Instanz das
höhere Ich, und er zeigt, dass von Abraham an die göttliche Offenbarung – und hier besonders die zehn Gebote – dahin zielt, dass der Mensch seines niederen und seines höheren Wesensteils gewahr werden kann und sein niederes Ich auf den Weg zur Erkenntnis und Verwirklichung seines höheren Ichs zu führen vermag.


Diesem Weg folgt das Buch; sein roter Faden ist die Entdeckung und Entfaltung des Geheimnisses des Ichs und seiner Berufung: eine wahre, friedliche, von oben inspirierte Gemeinschaft zu verwirklichen.

 

Eine solche Gemeinschaft ist das Wesen und Ziel aller wahren Religion, sowohl der drei prophetischen als auch zum Beispiel der buddhistischen. Jede wahre Glaubensgemeinschaft beschreitet ihren je eigenen Weg dahin, darin besteht ihre Geschwisterlichkeit.


Johannes Schepps auf dem Buchumschlag abgebildete Bronzeskulptur bringt ein solches inspiriertes, geschwisterliches Miteinander der Religionen symbolisch zum Ausdruck: Drei der sich die Hände reichenden Personen stehen für die drei prophetischen Weltreligionen, die an den Einen Einzigen Gott glauben, die vierte vertritt den Buddhismus und andere dem Frieden dienende Glaubensgemeinschaften.


Statt Rechthaberei, Streit, Hass und Krieg kann von einem solchen inspirierten Miteinander etwas ausgehen, was unsere Welt dringend benötigt und eigentlich in der Berufung jeglicher Religion liegt:
Segen


Quern-Neukirchen, Michaeli 2012
Michael Frensch

 

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